ellaOne®- Welche Beratungspflichten treffen den Apotheker?

24.04.2015 08:13

Von RA Baur, Berlin: Schon einem normalen Verkäufer treffen vertraglich wie deliktisch allgemeine Warn- und Hinweispflichten im Hinblick auf die mit dem Kaufgegenstand einhergehenden Gefahren für Leib, Leben oder Gesundheit des Käufers. Einen Apotheker treffen darüber hinaus auch berufsrechtliche Beratungspflichten hinsichtlich der von ihm abgegebenen Medikamente, die über die allgemeinen vertraglichen Warn- und Hinweispflichten eines Verkäufers hinausgehen. Jedem Apotheker und jedem Angestellten einer Apotheke muss bekannt sein, ob ein gefährliches Herzmedikament in einer bestimmten Darreichungsform für Erwachsene oder für Kleinkinder und Säuglinge bestimmt ist. Ein blindes Vertrauen auf die Verordnung des Arztes darf es nicht geben, denn auch ein Arzt und sein Personal können irren bzw. ihnen kann ein folgenschweres Versehen unterlaufen. Der Apotheker muss sich vielmehr eigene Gedanken über die Richtigkeit und Sinnhaftigkeit der Verordnung machen. Im Zweifel muss der Apotheker beim Arzt nachfragen, und die Angestellte des Apothekers muss entweder beim Arzt oder ihrem Chef bzw. einem anderen Apotheker nachfragen. Den Apotheker treffen insoweit entsprechende Organisations-, Instruktions- und Überwachungspflichten hinsichtlich seines Personals.

Bezüglich ellaOne® können folgende Tipps für die Beratung gegeben werden, die selbstverständlich ohne pharmazeutische Vorbildung gegeben werden und keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben.

  • SCHNELL: Für eine maximale Wirksamkeit sollte ellaOne® so schnell wie möglich nach der Verhütungspanne eingenommen werden!
  • BIS 5 TAGE DANACH: Die Einnahme kann bis 5 Tage nach der Verhütungspanne zu jeder Zeit innerhalb des Zyklus erfolgen, am besten jedoch so schnell wie möglich.
  • VERSPÄTETE BLUTUNG? Die Monatsblutung kann sich aufgrund der Wirkweise der Pille Danach um ein paar Tage verschieben. Ein Schwangerschaftstest kann für Beruhigung sorgen.
  • ERBRECHEN? Ein Erbrechen innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme von ellaOne® macht eine zusätzliche Einnahme nötig.
  • SEX NACH ellaOne®? Sicherheitshalber sollte ein verlässliches Barriere-Kontrarezeptivum (Kondom) bis zur nächsten Monatsblutung genutzt werden, auch wenn mit Antibabypille verhütet wird. ellaOne® verhindert keine Schwangerschaft bei ungeschütztem Sex nach Einnahme.
  • STI? Notfallverhütung bietet keinen Schutz vor sexuell übertragenden Infektionen (STI). Nur Kondome schützen vor STI.

Rechtsanwältin Barbara Baur 
(Apotheken- und Medizinrecht)
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